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Fotografieren auf dem Jüdischen Friedhof in Buttenhausen

Veröffentlicht am: 08.07.2020 von: Eddy Zanger

Wir konnten uns wieder Treffen, allerdings nur in kleinerer Besetzung. Die Coronaverordnungen haben es zugelassen. Am Freitag, 3. Juli trafen sich 14 Clubmitglieder zum gemeinsamen fotografieren in Buttenhausen.

Da waren wir (endlich) mal wieder zusammen und unterwegs.
Am vermuteten Ende der Corona-Pause gabs einen Ausflug nach Buttenhausen - initiiert von Hanspeter Bauer, der dann krankheitsbedingt einen Stellvertreter vorschicken musste.
Ewald Manz - ortskundig und in Bezug auf die historischen Daten bestens vorbereitet - hat uns nach steilem Anstieg vor dem Eingang zum jüdischen Friedhof Buttenhausen eingestimmt und dann wurden die Fotografinnen und Fotografen auf Entdeckungstour ins 1789 am Waldrand angelegte Gräberfeld der jüdischen Gemeinde Buttenhausen geschickt.
Da und dort gabs Fragen und Gespräche über Symbole und hebräische Buchstaben.
 נ ´´ פ, so oder ähnlich stehts immer oben: po nitman = hier liegt begraben (in Gott)...
Kelch und Hände, Hirsch und Adler, Blumen und Messer weisen auf Herkunft, Beruf, Bedeutung und Hoffnung der Toten hin. Manche Steine haben einen seltsamen hellgrünen Belag, dessen Herkunft und Sinn rätselhaft blieb.

Einem Teilnehmer ist aufgefallen, dass es eine ganze Reihe von großen Grabsteinen gibt, die Platz für zwei Einträge haben. Aber dann steht da nur ein Name: das rechte Feld ist leer. Wir nehmen an, dass der Name der Ehefrau bzw. des Ehemanns der um 1935 gestorbenen Person unten im Dorf auf dem Gedenkstein für die deportierten und in KZs umgekommenen jüdischen Menschen aus Buttenhausen zu finden ist. Es ist die traurige Geschichte vom gewaltsamen Tod vieler Menschen und vom Ende der jüdischen Bevölkerung von Buttenhausen in den 1940er-Jahren. Zu Zeiten war die Hälfte der Einwohnerschaft des Dorfes im Lautertal jüdisch gewesen, viele davon haben bekannte Namen getragen: Levi, Rothschild, Löwenthal, Adler, Hirsch, Oettinger, Landauer etc.

Gleich neben der Gedenkstätte in der Ortsmitte liegt die Gaststätte Adler.
Dort hat sich dann ein großer Teil der Gruppe zum Abschluss des Abends eingefunden.
Wurstsalat mit Pommes: das war auch so eine Entdeckung! Der Vollmond habe einigen heimgeleuchtet, wurde berichtet (Anmerkung der Redaktion).

Am Ende hat Peter Schneckenburger zusammengefasst:

  • wir haben mal wieder gemeinsam etwas unternommen
  • wir waren körperlich gefordert
  • wir waren kreativ
  • wir haben manches gelernt - historisch und kulturell
  • wir haben Entdeckungen gemacht - auch kulinarisch

Kurzum: alles hat gestimmt. Danke!

Text: Eberhard Braun

Fotos: Emilia Horpácsi